Horst Stowasser

Horst Stowasser, Jahrgang 1951, lebt als freier Autor in einem libertären Projedt in Südwestdeutschland. Abitur in Argentinien und Deutschland, Studium der Landwirtschaft und Romanistik, Weltreisen. Seit 1969 aktiv in der anarchistischen Bewegung, Teilnahme an den wichtigsten internationalen Treffen und Kongressen, Mitgliedschaft in verschiedenen Organisationen. Politische Verfolgung bis in die 80er Jahre, mehrere Gefängnisaufenthalte. 1971 begründete er das anarchistische Dokumentationszentrum »Das AnArchiv«, eine umfangreiche Sammlung von Dokumenten, Zeitschriften und Literatur zu internationalen libertären Themen mit dem Schwerpunkt deuschsprachiger Anarchismus. Herausgeber diverser Zeitschriften und Magazine, Autor zahlreicher Bücher, Aufsätze und Studien zu sozialen und politischen Themen.

Ein aktuelles, sehr lesenswertes Interview mit Horst Stowasser findet sich hier.

Im Eichborn Verlag erschien von ihm 1986 der Titel „Leben ohne Chef und Staat – Träume und Wirklichkeit der Anarchisten“. Seit 1993 wird das Buch vom Karin Kramer Verlag in Berlin herausgegeben. Mehr dazu weiter unten.

Ebenfalls bei diesem Verlag erhältlich ist noch immer das Buch „Was ist eigentlich Anarchie? – Einführung in die Theorie und Geschichte des Anarchismus bis 1945“ (Verlag Die freie Gesellschaft, 1983) das ursprünglich 1973 von einem „Autorenkollektiv“ (hinter dem sich einzig Stowasser verbarg) als Broschüre unter dem Titel „Was ist eigentlich Anarchismus?“ veröffentlicht wurde. Dieses Buch ist der Vorgänger zu Stowassers  „Freiheit Pur“, welches 1995 bei Eichborn in Frankfurt/Main herauskam. Im März 2007 schließlich wurde die wiederum neu überarbeitet und mit einem reichhaltigen Bilderteil versehene Neuausgabe unter dem Titel „Anarchie! – Idee, Geschichte, Perspektiven“ in der Edition Nautilus veröffentlicht.

1985 verteilte Horst Stowasser in der anarchistischen Szene ein 100-Seiten-Büchlein, in welchem er eine neue Form des Projektanarchismus vorschlug. Das sogenannte „Projekt A“ zielte auf die Unterwanderung einer Kleinstadt und die dortige Entwicklung und Etablierung eines solidarischen Netzwerkes von Initiativen und Unternehmen. Auch dieses Buch wurde später vom Karin Kramer Verlag veröffentlicht.

Die Theorie von Projekt A wurde ab 1989 in die Praxis umgesetzt –  unter anderem durch Stowasser selbst. Als mehr oder weniger ideales Experimentierfeld hatten sich verschiedene Pioniergruppen Neustadt an der Weinstraße sowie zwei weitere Orte ausgesucht. Ein erstes Resumee von Stowasser aus der Anfangszeit des Projektes (1990) ist hier nachzulesen:
http://www.anarchismus.at/txt5/projekta1.htm
Weiteres hier
http://www.anarchismus.de/libertaere-tage/lt1993/lt93doku/eroeffnung/projekt-a.htm
und hier:
http://www.grueneliga-berlin.de/informieren/rabe_ralf/serien/gemeinschaft_wespe.html


Vorstellung des Büchleins „Projekt A“ während der Eröffnungsveranstaltung der„Libertären Tage 1985“
Foto: Klaus Malorny

„Leben ohne Chef und Staat – Träume und Wirklichkeiten der Anarchisten“
(Ausgabe Karin Kramer Verlag, Berlin 1993)

Jeder kennt das meistgesprayte Zeichen der Welt: das A im Kreis. Jeder denkt sich: aha, Anarchie! Wer aber weiß schon, was das ist? Die übliche, blödsinnige Gleichsetzung mit Bombenlegern, Chaos und Gewalt hat mit Anarchismus nichts zu tun. Lebendig und selbstkritisch werden in diesem Buch Geschichte, Legende, Ziele und Auswirkungen jener radikalen Utopie von der großen Freiheit dargestellt, die, tausendmal totgesagt, immer wieder aufs Neue fasziniert. Im Gegensatz zu den meisten Anarchismus-Büchern bleibt der Autor nicht in der Historie stehen, sondern gewährt auch Ausblicke auf Gegenwart und Zukunft. Nicht als trockener Schinken, sondern spannend wie ein Krimi, informierend wie der Brockhaus und moralisch wie die Bibel – und das alles in einem! (Klappentext)

Stimmen zum Buch:

”Kein politisches Sachbuch, kein Roman, kein Geschichtswerk, sondern eine Leichtveständliche Mischung aus  Story, Geschichte und Moral.“
-Stern-

„Das listige dabei ist, dass man nach der  Lektüre dieses Buches , das durchaus auch literarische Qualitäten hat, ohne es recht zu merken, die ganze anarchistische Philosophie mitbekommen hat.“
-Peggy Parnass-

„Ich habe mich gut unterhalten, habe dazugelernt und mich gefreut über einen Autor, der unumwunden erklärt: »Ich mag Anekdoten sehr. So optimistisch ansteckend kann nur ein in der Wolle gefärbter Anarchist sein. … Das zwanzigste Jahrhundert kennt nur eine einzige wahre Heldengeschichte, die Story von den Anarchos, die bisher jeden Kamp verloren haben, aber nie besiegt worden sind.“
-Gerhard Zwerenz-


Hier ist ein Teil von Stowassers Einführungskapitel zu „Leben ohne Chef und Staat“ wiedergegeben:
Was wollen die Anarchisten?
http://deu.anarchopedia.org/index.php/Anarchopedia:%C3%9Cber_Anarchopedia

Zu bestellen ist das Buch bei amazon
oder am besten direkt beim Karin Kramer Verlag

Weitere Links zu Stowassers theoretischer und praktischer Arbeit:

Hinweis auf eine Sendung des Deutschlandradios zum Thema Utopie, u.a. mit Horst Stowasser; leider wohl ohne Mitschrift oder mp3-Mitschnitt

Aktueller Hinweis auf Stowassers ANarchistisches ARCHIV

NEU: Horst Stowassers Kommentar zur Mama-Anarchija-Artikelserie in der Zeitschrift KursKontakte
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