Klappentext der Originalausgabe von Freiheit Pur

Paradoxerweise scheint der Zusammenbruch der kommunistischen Diktaturen das Ende der sozialen Utopien eingeläutet zu haben – obwohl der Staatssozialismus zu keiner Zeit eine wirkliche Alternative war. Der kurzatmige Triumph der westlichen Marktwirtschaft kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß gegenwärtig kein System in der Lage ist, einen Ausweg aus dem ökologischen und ökonomischen Wahnsinn zu weisen, in dem wir leben. Deshalb dürften die nächsten Jahrzehnte eine Trendwende bringen, die uns alle zu einer ernsthaften Suche nach Modellen zwingen wird.

Diese Entwicklung läßt das Interesse an sozialen Entwürfen wieder wachsen, die bisher im Schatten standen. In seinem neuen Buch stellt Horst Stowasser die bestechendste jener »vergessenen Utopien« vor: den Anarchismus.

Anarchie – ein Wort, das von jeher Schrecken und Gruseln ausgelöst hat, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als faszinierende Wundertüte. Ihre im Grunde einfache Struktur beansprucht nicht weniger, als eine neue Grammatik menschlicher Struktur zu sein. Sie will das »brutale Chaos« unserer Gesellschaft durch das »sanfte Chaos« vernetzter horizontaler Gesellschaften ersetzen, in der die Herrschaft des Menschen über sich selbst und die Natur sinnlos wird.

Packend erzählt, verständlich geschrieben und umfassend angelegt, hat dieses Buch alle Aussichten, zum politischen Standardwerk zu werden. Neben einer kritischen Einführung in die freiheitliche Ideenwelt und einer Reise durch die verblüffend reiche Geschichte anarchistischer Experimente widmet sich der Autor auch Zukunftsszenarien, die in der These gipfeln: »Die Gesellschaftsform des kommenden Jahrtausends wird eine an-archische sein.«

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